| Schein, Johann Hermann |
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Biographie
Johann Hermann Schein wurde 20. Januar 1586 in Grünhain geboren. Er war ein deutscher Dichter und bedeutender Komponist des Barock. Er bekleidete das Amt des Thomaskantors von 1616 bis 1630. Er ist in der Reihe der „drei großen Sch“ neben Samuel Scheidt (in Halle) und Heinrich Schütz (in Dresden) einzuordnen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Von Mitteldeutschland aus wirkten diese drei Komponisten wesentlich auf die Musik ihrer Zeit. Scheins Cantional (1629) ist eines der wichtigsten Gesangbücher. In seiner Leipziger Kirchenmusik bemerkenswert ist die beginnende Entwicklung der Kantate durch selbstständige Verwendung von Instrumenten. Hauptwerke sind das "Cymbalum Sionum" (Motettensammlung, 1615), die geistlichen Konzerte der "Opella nova" (1618 und 1627), seine geistlichen Motetten "Israelisbrünnlein" (1623), die in Verwandtschaft und zu Unrecht im Schatten der "Geistlichen Chormusik" von Schütz stehen sowie die weltlichen "Waldliederlein" und "Venuskräntzlein". Der Sohn des evangelischen Pastors Hieronymus Schein zog nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter von Grünhain nach Dresden. Sein Lebenslauf enthält viel Leid. Als Waisenknabe wurde Schein in den Chor der Dresdener Hofkapelle unter Rogier Michael aufgenommen, war bis 1603 Diskantist in der Kurfürstlichen Kantorei, danach erhielt er weitere Ausbildung in Fürstenschule Pforta, einer sächsischen Fürstenschule. Von 1608 bis 1612 konnte er Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig studieren, stieg vom Musiklehrer bei Gottfried von Wolffersdorf ab 1612 in Weißenfels, wo er Schütz kennenlernte, zum Weimarer Hofkapellmeister 1615 und danach zum Nachfolger Sethus Calvisius' als Thomaskantor der Thomasschule und städtischer Musikdirektor in Leipzig auf. In Weimar heiratete er Sidonia, Tochter des Kurfürstlich Sächsischen Rentsekretarius Hösel. Seit 1618 war er ein kränkelnder Mann, noch nicht 45-jährig starb er. In seinem Cantional aus dem Jahre 1629 finden sich - die zweite Ausgabe dieser Sammlung von 1645 eingeschlossen - 58 von ihm komponierte, teils auch von ihm gedichtete Trauergesänge, darunter zum Begräbnis seiner Frau und für sieben seiner Kinder. Nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahre 1625 heiratete er Elisabeth von der Perre, Tochter des Kunstmalers Johann von der Perre. Die aus dieser Ehe hervorgegangenen fünf Kinder verstarben im Säuglingsalter. In musikalischen Kreisen seiner näheren Umgebung genoss Schein hohes Ansehen. Obwohl er heute als einer der Mitbegründer der Kunst des weltlichen deutschen Lieds gilt, war es erst die nachfolgende Generation mit Komponisten wie Heinrich Albert, die seine Rolle voll zu würdigen wusste. Johann Hermann Schein starb am 19. November 1630 in Leipzig.
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