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Szokolay, Sándor PDF Drucken E-Mail

Szokolay, Sándor

 

Biographie

 

Sándor Szokolay wurde am 30. März 1931 in Kunágota (Ungarn) in eine Musiker-Familie hineingeboren. Er ist ein ungarischer  Komponist. Er erhielt regelmäßigen Musikunterricht seit seinem 15. Lebensjahr in der Musikschule in Békéstarhos. Von 1950 bis 1957 studierte er an der Franz Liszt-Musikhochschule, Budapest (Komposition bei F. Szabó und F. Farkas). Von 1955 bis 1960 unterrichtete er an der Musikschule des Radios Budapest. Seit 1966 ist er Professor an der Liszt-Musikhochschule für Prosodie, die Kapellmeisterausbildung, Komposition und Kontrapunkt. Szokolay erhielt folgende Kompositionspreise: 1955 in Warschau, 1957 in Moskau, 1959 in Wien und 1967 in Paris. Für sein Schaffen erhielt er unter anderem zwei Erkel-Preise, den Kossuth-Preis (1966) für die Oper Vérnász („Bluthochzeit“) und den Bartók-Pásztory-Preis (1987). Er wurde durch Arthur Honegger, Béla Bártok und Igor Strawinsky inspiriert, außerdem erhielt er Einflüsse durch die Wiener Schule, die Dodekaphonie und die Aleatorik. Er komponierte u. a. mehrere Opern, drei Ballette, ein Klavier-, ein Violin- und ein Trompetenkonzert, zwei Oratorien und ein Requiem zum Gedenken an Francis Poulenc. Sein Sohn Balázs Szokolay wurde als Pianist bekannt. Bis zu seinem Ruhestand 1994 lebte er in Sopron in der Nähe des Neusiedler Sees. Von Anfang an komponierte Szokolay Werke für junge Musiker, indem er seine Ansprüche als junger Komponist mit denen junger Interpreten oder Zuhörer verband. In den späten 1950er Jahren komponierte er einige Instrumentalwerke, insbesondere eine Sonate für Violine solo und Konzerte für Klavier und Violine, bald jedoch legte er seinen Schwerpunkt auf Vokalmusik und dramatische Musik. Er erzielte einen eindrucksvollen Erfolg mit dem Oratorium „A Tűz márciusa“ (Feuriger März 1957–58), in dem er revolutionäre Gedichte von Endre Ady vertonte. Denselben leidenschaftlichen Ton und ein ähnlich ideologisches Engagement zeichnen sein Ein-Akt-Ballett „Az iszonyat balladája“ („Ballade des Greuels“, 1960) aus, dessen Thema aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Eines seiner größten Werke ist die Oper „Bluthochzeit“ (1962–64), die auf Lorcas Schauspiel basiert. Die dunkle und dichte Atmosphäre des Dramas kommen in der Oper eindrucksvoll zur Geltung. Nach der Premiere in Budapest wurde die Oper schnell von Opernhäusern in Wuppertal, Zagreb, Košice, Brünn, Helsinki und Tallinn übernommen. Seine zweite Oper „Hamlet“ markiert eine klare Wende auf seinem kreativen Weg. Nach den fesselnden und beinahe brutalen Effekten in der „Bluthochzeit“ sah er es als notwendig an, nach einem introvertierteren Stil zu suchen. Szokolays wahre Stärken sind sichtbar in seinen kühnen Bildern und der ungebändigten dynamischen Kraft seiner Musik. Nach der Oper „Samson“ (1971–73) legte er eine 10-jährige Pause ein, bevor er mit „Ecce homo“ ein weiteres Werk dieser Gattung vorlegte. Zwischen 1973 und 1983 schuf er neben einigen Instrumentalwerken eine Anzahl von Oratorien und anderen Vokalwerken. Nach „Ecce homo“ erneuerte sich Szokolays Stil: Er orientierte sich mehr an Volksmusik und gregorianischen Gesängen, rang darum, Tonalität und Melodie zu erhalten und komponierte weiterhin reich verzierte Vokalmusik.In der letzten Periode seines Schaffens konzentriert sich Szokolay auf Dinge wie Natur, Licht, Spiel und Vertrauen. Die Probleme, als Ungar eine nationale Identität zu finden, spielen eine zunehmende Rolle bei seiner Themenwahl. Ende der 1990er Jahre schrieb er drei Sinfonien, womit er sein Lebenswerk mit einem neuen Genre bereicherte. Szokolays Werke wurden auch in mehreren ungarischen Filmen verwendet.

 

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