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Bruckner, Anton PDF Drucken E-Mail

Bruckner, Anton

 

Biographie

 

Anton Bruckner wurde am 04. September 1824 um 4.15 Uhr in Ansfelden geboren, als Sohn der Familie Anton und Theresia Bruckner. Der Vater, Lehrergehilfe in Ansfelden, spielte Orgel und Geige; die Mutter sang im Kirchenchor. Das musikalische Talent Bruckners wurde von seinem Vater sowie von Joseph Grabmar (Pfarrer von Ansfelden) entdeckt und auch gefördert. Um seine musikalische Weiterbildung auszubauen schickte der Vater seinen Sohn Anton 1836 zu seinem Verwandten Johann Baptist Weiß nach Hörsching. Anton Bruckner verbrachte hier einen Teil seiner Jugend und wurde im Orgelspiel und in die Lehre des Generalbaß eingeführt. Während dieser Zeit wurde er mit der Musik von Hayden und Mozart konfrontiert. Durch diese Konfrontation vermutet man, dass Bruckner seine ersten Niederschriften (5 kleine Orgelpräludien in Es-Dur) im Alter von 12 Jahren niederschrieb. Im Herbst 1836 musste Anton Bruckner wieder zu seiner Familie zurück, da sein Vater erkrankte. Während dieser Zeit unterstützte er seinen Vater beim Unterricht und begleitete ihn zu den Geigenspielen in die Gasthäuser. Im Alter von 46 Jahren starb der Vater am 07. Juni 1837St. Florian gebracht, um als Sängerknabe aufgenommen zu werden. Er begann Gesangs- und Violienunterricht zu nehmen. Im Jahre 1839 mutierte die Stimme von Bruckner und er begann die Orgel beim Höchstamt mit der Geige zu begleiten. Es entstand eine Bindung an die "Königin der Instrumente", die Bruckner in späterer Folge zum Virtuosen dieses Instrumentes des 19. Jahrhundert gemacht hat. Er besuchte die Marktschule von St. Florian. Dort wurde er Klassenbester. Nach Abschluss der Schulzeit entschied sich Anton Bruckner in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und wurde Lehrer. 1840 - 1841 begann er seine Ausbildung in Linz und "studierte" Präparandie. 1841 - 1843 erhielt er seine erste Stelle als Schulgehilfe in Windhaag. Wie sein Vater, spielte Bruckner Geige zur weltlichen Belustigung, bei Hochzeiten und in Gaststätten. So lernte er die oberösterreichische Volksmusik kennen. nach längerer Krankheit in Anwesenheit von Anton. Seine Grabstätte ist heute in Ansfelden erhalten. Anton Bruckner wurde von seiner Mutter 1837, nach dem Tod des Vaters, nach

1843 - 1845 verlies Bruckner Windhaag und lies sich nach Kronstorf versetzen. In dieser Zeit gründete er einen Männerchor, improvisierte Stücke von Johann Sebastian Bach und probierte auch eigene Schöpfungen am Spinett des Klassenzimmers aus. Außerdem lernte er die Musik von Franz Schubert kennen. 1843 wandte er sich der Kirchenmusik zu und schrieb das "Tantum Ergo". 1844 entstand ein weiteres Werk, die Choralmesse für den Gründonnerstag. 1845 - 1855 kehrte Bruckner nach St. Florian zurück. In diesen 10 Jahren erfuhr er eine entscheidende Wandlung, nicht nur im Musikbereich sondern auch als Organist und als Lehrer. Sein Jahresgehalt betrug anfangs 36 Gulden, später 152 Gulden, so konnte Bruckner seine Mutter und seine Geschwister finanziell unterstützen. 1849 wurde er Privatlehrer der St. Florianer Sängerknaben. 1850 - 1855 wurde er zum provisorischen Stiftsorganisten in St. Florian ernannt, deren weltberühmte Orgel ihn zum Musikspiel animierte.

 1855 legte er die Prüfung zum Hauptschullehrer ab. Bruckner bewarb sich für die Stelle als Domorganist und erhielt diese. So wurde Bruckner provisorischer Dom- und Stadtpfarrorganist in Linz. Im Dezember desselben Jahres spielte er zum ersten Mal beim Hochamt im Alten Dom zu Linz. 1855 - 1868  nahm Bruckner Abschied von den Gemäuern St. Florians und trat seine Stelle als Domorganist in Linz an. Er trat dem Sängerbund "Frohsinn" bei. 1860 wurde er zum Ersten Chormeister erwählt. Bruckner ermöglichte seinem Chor die Teilnahme bei dem deutsch-österreichischen Sängerfest in Krems und bei dem Nürnberger Sängerfest. 1861 trat er aus dem "Frohsinn" aus.

1855 - 1861 begann er mit den jährlichen Reisen zu Sechert nach Wien, wo sich Bruckner dem Studium der Harmonielehre widmete. Sechert war k.k. Hoforganist der Burgkapelle und Professor für Harmonielehre und Kontrapunkt. Eine angesehene Persönlichkeit der damaligen Zeit. Er erkannte das Talent Bruckners und bezeichnete ihn als begabtesten und fleißigsten Schüler, den er je hatte. Im November des Jahres 1860 starb Antons Mutter Theresia in Ebelsberg. Im November 1861 bewarb sich Bruckner um den Professorentitel bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Dabei wurden sein musikalischen Talent und seine Vorkenntnisse erkannt, was der Ausspruch eines Prüfers, "Er hätte uns prüfen sollen" belegt. Der Titel selbst wurde ihm leider nicht verliehen, weil die formalen Voraussetzungen fehlten. Bei Kitzler begann er mit dem Studium der Formenlehre, Instrumentation und Komposition, das er am 10. Juli 1863 beendete.

Im September 1863 vollendet er sein, von ihm selbst als erste Komposition gewertetes Werk, den Germanenzug. Dieses wurde vom Ausschuss des oö Sängerbundes, aus 120 eingesandten Kompositionen, zur Gesamtaufführung beim oö Sängerfest, zu Linz einstimmig gewählt. Gleichzeitig begann er mit der Komposition der verschiedensten Werke, unter anderem auch mit seiner ersten Symphonie und einer Messe in d-Moll.

1865 lernte Bruckner Richard Wagner kennen. Seine musikalischen Werke fesselten Bruckner und er war Zeit seines Lebens stark mit Wagner und dessen Musik verbunden.
1866 schrieb Bruckner seine III. Symphonie und bekam wie in seinem weiteren Leben auch (bis ins hohe Alter) Absagen seiner Hochzeitsanträge. Bruckners Wunsch nach einem lieben weiblichen Wesen an seiner Seite blieb ihm ein ganzes Leben lang versagt. Diese Tatsache, des "Alleinseins" löste bei Bruckner Neurosen hervor. Er nahm seine Schwester "Nanni" zu sich, die sich um sein Wohlbefinden kümmerte. 1867 erlitt Anton Bruckner einen Nervenzusammenbruch und musste sich von Mai bis August in die Heilanstalt in Bad Kreuzen begeben um wieder zu gesunden. Nach seiner Gesundung stürzte sich Bruckner wieder in das Komponieren. Im September dieses Jahres verstarb Bruckners Lehrer Simon Sechter in Wien, dessen Nachfolge er antreten sollte.

Anfang Oktober 1869 begann Bruckner seinen letzen großen Lebensabschnitt in Wien. 1869 - 1876 wohnte er in der Währinger Straße. In dieser Zeit entstanden folgende Symphonien: Die II., III., IV. und V. 1869 holte man Bruckner nach Nacy und Paris, damit er auf den Orgeln spielen konnte. 1871 wurde Bruckner nach London eingeladen, hier sollte er in der 1861 errichteten Albert Hall seine Werke spielen. Am ersten Abend seiner Ankunft ging Bruckner in die Albert Hall und durfte so lange an der Orgel spielen, wie der Dampf reichte. Dem Direktor gefiel das Spiel Bruckners und er lies die Orgel nachheizen. Bruckner feierte hier seinen ersten triumphalen Erfolg bei einem Konzert vor über 77.000 Leuten! Er konnte den "Öffentlichkeitsrummel" nicht nutzen, da er ein weltfremder und ungewandter Mensch war und lehnte die Angebote ab, noch weitere Reisen innerhalb Englands und Schottland zu unternehmen. Bruckner kehrte nach Wien zurück.

1870 wurde er Ehrenbürger von Ansfelden - seine Wohnung ist heute noch erhalten - und erlebte einen großen Verlust als seine Schwester "Nanni" in Wien verstarb. Von nun an bis zu seinem Tode kümmerte sich Frau Kathi Kachelmayr um das Wohlbefinden Bruckners. Er wurde Nachfolger von Sechter am Konservatorium der Gesellschaft für Musikfreunde und somit Professor der Harmonielehre und des Kontrapunktes. Desweiteren gab er Privatstunden um finanziell über die Runden zu kommen.

In der Hofburgkapelle spielte Bruckner (1869- 1892 ) Orgel. Diese, sowie das Konservatorium für den Theorie- und Orgellehrer, die Burgkapelle und die Augustinerkirche waren wichtige Orte in der Lebenszeit Bruckners in Wien. Im Gasthaus "Roten Igel" kam Bruckner mit seinem Gegner Johannes Brahms zusammen. Brahms lehnte die Symphonien von Bruckner ab und war gegen die Kompositions- und Theorielehre des Konservatoriums. 1875 - 1880 wurde Bruckner Lektor an der Uni in Wien. 18 Jahre, bis kurz vor seiner Krankheit ( 1894 ) war es ein Lebenselexier für ihn Vorlesungen zu halten. Er wurde von seinen jungen Studenten umjubelt und geehrt.
1883 starb Richard Wagner in Venedig - ein neuerlicher schwerer Schlag für Bruckner. In seiner VII. Symphonie nahm er Abschied von Wagner, den "Meister aller Meister".
Mit der Aufführung der VII. Symphonie am 10. März 1885 unter Leitung von Herrn Hermann Levi, Dirigent, hatte er seinen Durchbruch in München. Dieses Stück wurde in mehreren europäischen Städten erfolgreich aufgeführt. Nicht nur in München wurden seine Werke anerkannt, sondern auch in Wien fand Bruckner immer mehr Anhänger und die Fronten der Abweisung gegen seine Musik glätteten sich. Seine großen Erfolge, zwangen die gegen Bruckner agierenden Wiener seine Musik anzuerkennen. Mit der Aufführung der III. Symphonie in Den Haag und New York wurde Bruckner international bekannt.

1886 folgte die Aufführung der VII. Symphonie in Bosten und Chicago und 1892 in Cincinnati das Te Deum, die seinen guten Ruf in Amerika festigten. 1888 wurde mit der VI. Symphonie erstmalig ein Werk von Anton Bruckner in Wien aufgeführt. Dirigent war Hans Richter. Anton Bruckner wurde am 07. November 1891 als Ehrendoktor der Philosophie an der Wiener Universität promoviert.

1892- 1896, während seiner letzten vier Lebensjahre begann sich der Gesundheitszustand von Anton Bruckner zu verschlechtern. Er musste seine Wohnung in der Heßgasse verlassen. Es wurde ihm vom Kaiser eine ebenerdige Wohnung im Seitentrakt des Schloß Belvedere bis zu seinem Tode zur Verfügung gestellt. Bruckner lebte in Abgeschiedenheit, von tiefer Frömmigkeit durchdrungen, unternahm Spaziergänge im Park und arbeitet an seiner IX. Symphonie. Diese konnte Anton Bruckner, hervorgerufen durch seine schlechte Gesundheit, nicht mehr vollenden. Am 11. Oktober 1896 starb Anton. Er wurde auf seinen Wunsch hin in der Krypta der Stiftskirche von St. Florian am 15. Oktober 1896 beigesetzt. Über seinem Sarg "wacht" die große Orgel der Kirche St. Florian.

 

 

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