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Arcadelt, Jakob PDF Print E-mail
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Arcadelt, Jakob

 

Biographie

 

Jakob (Giacomo) Arcadelt – auch Jachet Arkadelt, Archadelt, Hercadelt, Arcadet und Arcadente auch Jacobus Flandrus in päpstlichen Abrechnungsbüchern – wurde um 1505 in Lüttich, Flandern geboren. Er war ein niederländischerKomponist und Kapellmeister. Arcadelt wuchs in Flandern auf. Er war Schüler von Josquin Desprez, wandte sich in jungen Jahren nach Italien und freundete sich dort mit Michelangelo an. 1535 ging er nach Florenz, wo er Werke Lorenzo de’ Medicis vertonte. Um 1536 wechselte er nach Rom, genaue Gründe hierfür sind nicht bekannt. Er war ab 1539 Abbas und Magister puerorum der Capella Julia und wurde 1540 von Papst Paul III. als Magister capellae an die Capella Sixtina, der päpstlichen Privatkapelle, berufen. Hier wirkte er bis 1551 (unterbrochen durch eine mehrjährige, gesundheitsbedingte Reise nach Frankreich) als päpstlicher Sänger und Kapellmeister. Sein Nachfolger wurde Giovanni Pierluigi da Palestrina. Über seinen Verbleib bis 1557 ist nichts bekannt. Er verschwindet aus den vatikanischen Abrechnungsbüchern und taucht erst 1557 (unwahrscheinlicher 1555) wieder auf, im Gefolge des Kardinal von Guise (als dessen Kapellmeister) in Paris. Seine Chansons, Messen, Motetten und Madrigale erschienen häufig in den während des 16. Jahrhunderts in Rom, Venedig und Paris gedruckten Sammelwerken. Bis 1654 erfuhr das erste Buch seiner Madrigale 31 Ausgaben, woraus sich auf Arcadelts große Beliebtheit bei seinen Zeitgenossen schließen lässt.

 

Der „Musica Reservata“ lag das Streben nach Vollkommenheit zugrunde. Ein Streben mit strengsten und klarsten Gesetzen, welche Jacobus Arcadelt perfekt und aufs höchste kreativ zu handhaben wusste. Er vertonte Texte von Giovanni Boccaccio, Lorenzo de´Medici, Francesco Petrarca, Pietro Bembo und Michelangelo. Außer geistlichen Werken gehören Sonette, Canzonen und Liebesgedichte ebenso in sein Schaffen wie die Vertonung frivoler Texte. Er verinnerlichte den weltlich-italienischen Kompostionsstil und verknüpfte ihn mit dem sakral-niederländischen seiner Heimat. Als Erbe Josquins und Vorgänger Palestrinas prägte er einen neuen, italienisch-niederländischen Stil, welcher noch über Jahrhunderte das Interesse folgender Komponistengenerationen weckte. Seine Werke wurden als maßgeblich in der musikalischen Pädagogik bis hinein in bach´sche Zeiten betrachtet.

 

Das gelegentlich unter Arcadelts Namen gesungene vierstimmige „Ave Maria“ stammt in der bekannten Form nicht vom Komponisten, vielmehr handelt es um eine Bearbeitung eines dreistimmigen weltlichen Chansons Arcadelts aus der Feder des französischen Komponisten und Dirigenten Pierre-Louis Dietsch. Franz Liszt komponierte darüber eine Orgelfantasie, wohl in der Annahme ein Originalwerk des Meisters zu verarbeiten.

Zu den bekanntesten Werken Arcadelts gehört „Il bianco et dolce cigno“ (Der weiße und süße Schwan). Jakob Arcadelt starb am 4. Oktober 1568 (andere Quellen: 1575) als wohlhabender, geachteter Musiker in Paris.

 

 

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Autograph

 

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