| Gombert, Nicolas |
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Biographie
Nicolas Gombert wurde um 1495 in La Gorgue bei Lille geboren. Er war ein franco-flämischer Komponist, Kapellmeister und Sänger der Renaissance. Nicolas Gombert stammt vermutlich aus dem Dorf La Gorgue, das westlich von Lille im französischsprachigen Teil Flanderns liegt. Womöglich war Gombert, wie Heinrich Finck 1556 berichtet, ein Schüler Josquin Desprez' († 1521), der seit 1504 im nahegelegenen Condé-sur-Escaut Propst war. Bis zu seinem Eintritt in den Dienst Kaisers Karls V. gibt es keine gesicherten Informationen über Gombert. Doch aus dem Umstand, dass er in eine der besten Kapellen Europas aufgenommen wurde, darf auf eine hervorragende Ausbildung geschlossen werden. Am 2. Oktober 1526 ernannte Kaiser Karl V. in Granada den Kleriker Gombert zum Präbendar in Kortrijk und Béthune. Gombert diente dem Kaiser als Sänger. Bis 1529 hielt sich Gombert hauptsächlich in Spanien auf, da die Kapelle den Kaiser auf dessen Reisen begleitete. Längere Aufenthalte wurde in Toledo, Sevilla, Granada, Valladolid, Valencia, Burgos und Madrid eingelegt. 1529 ernannte Karl V. Gombert zum 'Maistre des enfants de la chapelle'. In diesem Amt war Gombert für die musikalische und stimmliche Ausbildung der Chorknaben sowie für deren Erziehung und deren Wohlergehen verantwortlich. Er kümmerte sich z. B. um Kleidung, Kerzenhalter, Tinte und die Unterbringung der Knaben. Zu dieser Zeit bestand der Chor aus 14 erwachsenen Sängern, einem Organisten, einem 'Souffleur' (Kalkant oder Blasebalgtreter an der Orgel) und ungefähr 12 Chorknaben. 1530 besuchte Gombert Bologna, Mantua, Innsbruck, München und Augsburg. 1531 reiste er nach Köln und danach in die Niederlande. Anschließend folgte der Chor Karl V. nach Regensburg, und ab 1532 hielt sich Gombert wieder für längere Zeit in Spanien auf. 1533 unternahm Karl V. einen Feldzug gegen Tunis. Gombert rekrutierte unterdessen in den Niederlanden Personal für die Hofkapelle. Mit etwa 20 erwachsenen Sängern und Chorknaben, einem Lateinlehrer für die letzteren, einigen Kuraten und einem Organisten kehrte er 1537 nach Valladolid zurück. Am 13. November 1537 wurde Gombert zum letzten Mal in den Rechnungsbüchern des Hofes erwähnt. Das letzte größere Ereignis, an welchem er teilgenommen haben könnte, ist das Treffen der drei größten Hofkapelle des Abendlandes - der von Papst Paul III., Kaiser Karl V. und Franz I., dem König von Frankreich - in Aigues-Mortes im Jahre 1538. Nach 1538 verschwindet Gomberts Name aus den Rechnungen des kaiserlichen Hofes. Gombert hatte sich an einem Chorknaben sexuell vergangen und wurde von Karl V. auf die Galeeren verbannt. Noch als Galeerensträfling schrieb er verschiedene Kompositionen - Cardanus bezeichnet sie als 'Schwanengesang'-, die den Kaiser besänftigten. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nicht, wie von einigen Forschern gemutmaßt, um die 8 Magnificate, die in einer, auf die Zeit um 1552 datierten Handschrift überliefert werden, sondern um den ersten Band der vierstimmigen Motetten (1539). Karl V. verzieh Gombert, verbot ihm aber eine Rückkehr an den Hof. Gombert erhielt eine Präbende - wahrscheinlich in Tournai, wo er seit 1534 eine kirchliche Sinekure inne hatte -, die ihm erlaubte, den Rest seines Lebens ohne Sorgen zu verbringen. Da Gomberts Namen nicht mehr in der Liste der Geistlichen geführt wird, die in Tournai Messen gelesen haben, hat er wegen seines Vergehens wahrscheinlich keine priesterlichen Funktionen ausüben dürfen. Nähere Einzelheiten sind aber nicht bekannt. Gomberts Posten in der kaiserlichen Hofkapelle übernahm C. Canis. Vermutlich hat sich Gombert für ein paar Jahre aus dem Musikleben zurückgezogen und diese Zeit genutzt, um zu komponieren. 1547 schrieb er an Ferrante Gonzaga (der übrigens ein guter Bekannter Cardanus' war) einen Brief. Dies ist das einzige erhaltene Dokument seines späteren Lebens. Gombert bezeichnete sich als Kanoniker in Tournai. Zumindest einen Teil seiner späteren Jahre dürfte er also hier verbracht haben. Dort dürfte Gombert Pierre de Manchicourt kennengelernt haben, der 1545 Kapellmeister an der Kathedrale und Lehrer der Chorknaben war. Den einzigen Hinweis auf Gomberts Tod gibt der italienische Diplomat Lodovico Guicciardini, der in seiner Abhandlung „Descrizione de tuttu i Paesi Bassi“ (Antwerpen 1567) berichtet, dass Gombert gestorben sei. Nicolas Gombert starb um 1560 in Tournai.
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